Mit der Präsentation der neuen Dauerausstellung „Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938–1945“ und der Fertigstellung der letzten Teilbereiche der Freien Mitte wurden heute zwei bedeutende Meilensteine für die Entwicklung des Nordbahnviertels vorgestellt. Im Rahmen der Eröffnung gab es eine Pressekonferenz mit Silvia Angelo (Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG), Alexander Nikolai (BV der Leopoldstadt), Oskar Deutsch (Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien) und Oliver Rathkolb (Historiker) bei der die Wichtigkeit von Erinnerung, gerade in der Entwicklung von Neubauvierteln, hervorgehoben wurde.

Erinnerung sichtbar machen: Der ehemalige Nordbahnhof ist nicht nur ein Ort des Wandels, sondern auch ein Ort mit einer schmerzhaften Geschichte. Während der NS-Zeit war er ein zentraler Ausgangspunkt für Deportationen. Mit der neuen und öffentlich zugänglichen Dauerausstellung „Verdrängte Jahre“ wird an die Verfolgung und Deportation tausender Jüd:innen, Rom:nja, Sinti:zze, homosexueller Menschen und Widerstandskämpfer:innen erinnert und die Rolle der Eisenbahn, des Nordbahnhofs und Nordwestbahnhofs während des Nationalsozialismus aufgearbeitet.

Historische Informationstafeln machen die Geschichte direkt im öffentlichen Raum sichtbar und schaffen einen dauerhaft zugänglichen Ort des Erinnerns und Lernens. Sie mahnen, die Vergangenheit nicht zu vergessen und sich für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Ein besonderer Beitrag kam von ÖBB Lehrlingen, die die Rahmenkonstruktion für die Ausstellungstafeln gestaltet und errichtet haben.

Auch die Geschichte des Nordbahnhofs und des historischen Wasserturms wird mit weiteren Informationstafeln näher beleuchtet: Sie erzählen von der Bedeutung des einstigen Bahnknotens, seiner wechselvollen Geschichte und der Transformation des Areals zu einem neuen Stadtviertel.

Mehr Erholungsfläche für das Nordbahnviertel: Mit der Fertigstellung der letzten Teilflächen um den historischen Wasserturm sind im letzten Jahr weitere Natur- und Erholungsräume entstanden. Die Freie Mitte bietet Platz für Erholung, Begegnung und Artenvielfalt und schafft mitten in der Stadt einen neuen Freiraum für Mensch und Tier. Sie verbindet die Geschichte des ehemaligen Bahngeländes mit der Entwicklung eines modernen, lebenswerten Stadtteils.

Die Eröffnung zeigt, wie Stadtentwicklung und Erinnerungsarbeit zusammengehören: Die Freie Mitte schafft Raum für die Zukunft und erhält gleichzeitig mit der Ausstellungseröffnung zur Rolle der Bundesbahn während der NS-Zeit ein Ort zum Erinnern und aktiven Gedenken der Geschichte des Nordbahnviertels.

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